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Trading Journal: was es ist, was du notieren solltest und wie du es automatisierst

Was ein Trading Journal ist, welche Daten du zu jedem Trade notierst und welche Kennzahlen zählen. Mit Rechenbeispielen und Wochenroutine für Forex und Futures.

Aktualisiert am 4 Min. Lesezeit

Titelbild des Leitfadens: Trading Journal: der komplette Leitfaden

Ein Trading Journal, auch Trading-Tagebuch genannt, ist die begründete Aufzeichnung deiner Trades: nicht nur Kurse und Ergebnisse, sondern auch das Warum hinter jeder Entscheidung. Damit beantwortest du mit Daten Fragen, bei denen dein Gedächtnis unzuverlässig ist: Welche Setups funktionieren wirklich? Zu welchen Uhrzeiten verlierst du Geld? Hältst du deinen Risikoplan ein? In diesem Leitfaden erfährst du, was du notieren solltest, welche Kennzahlen zählen und wie du die Handarbeit reduzierst.

Trading Journal vs. Kontoauszug des Brokers

Der Kontoauszug zeigt, was passiert ist: Symbol, Volumen, Kurse, Kommissionen, Gewinn. Das Journal ergänzt, warum es passiert ist und wie du den Trade gemanagt hast. Zwei Trades mit je −100 € können ein sauberer Stop und ein Rache-Trade nach einem Verlust sein. Im Kontoauszug sehen beide gleich aus, im Journal nicht.

Ein nützliches Journal kombiniert deshalb zwei Arten von Daten:

Objektive Daten (aus dem Konto)Kontext (von dir)
Markt, Richtung, VolumenSetup oder Strategie (als Tag)
Einstiegs- und Ausstiegskurs mit UhrzeitGrund für den Einstieg
Anfänglicher Stop-Loss und KurszielÄnderungen im Management und warum
Kommissionen, Swaps, NettoergebnisChart-Screenshot beim Einstieg
HaltedauerPlan eingehalten: ja / nein

Die objektiven Daten importierst du am besten, denn Abtippen kostet Zeit und führt zu Fehlern. Den Kontext kannst nur du schreiben, und dafür reichen zwei, drei Zeilen pro Trade.

Welche Kennzahlen du auswerten solltest

Für den Anfang brauchst du keine Dutzende Zahlen. Diese fünf decken das Wesentliche ab:

  • Trefferquote (Winrate): Anteil der Trades mit Gewinn. Allein sagt sie nicht, ob du Geld verdienst.
  • Profitfaktor: Summe der Gewinne geteilt durch Summe der Verluste. Über 1 überwiegen die Gewinne.
  • Durchschnittsergebnis pro Trade: dein tatsächlicher Vorteil in der erfassten Stichprobe, nach Kosten.
  • Maximaler Drawdown: der tiefste Rückgang von einem vorherigen Höchststand. Er zeigt, wie hart der Weg war.
  • Ergebnisse nach Uhrzeit und Wochentag: wann du gewinnst und wann du verlierst.

Ein Beispiel zeigt, warum man sie zusammen lesen muss: Bei 6 Trades mit +50 € und 4 mit −100 € liegt die Trefferquote bei 60 %, das Gesamtergebnis aber bei −100 € und der Profitfaktor bei 0,75. Die Anleitung Trading Journal auswerten erklärt jede Kennzahl im Detail.

Manuell oder automatisch?

Eine Excel-Tabelle oder eine Notion-Datenbank sind ein guter Start und zwingen dich, über jeden Trade nachzudenken. Die Grenzen zeigen sich, wenn Trades und Konten mehr werden: manuelle Eingabe, Formeln, die gepflegt werden müssen, und keine Möglichkeit, Trades im Chart zu überprüfen. Beide Varianten behandeln wir ausführlich in Trading Journal mit Excel und Trading Journal mit Notion.

Ein spezialisiertes Journal automatisiert die objektiven Daten und lässt dir Zeit für den Kontext.

Das Trading Journal von TotalTrade

Das TotalTrade Journal übernimmt deine Trades auf drei Wegen:

  • Automatische Synchronisierung mit MetaTrader 5 und cTrader. Das funktioniert auch mit FTMO-Konten auf MT5. Die Verbindung ist schreibgeschützt: TotalTrade kann keine Positionen eröffnen, ändern oder schließen. Anleitungen: MT5 verbinden und cTrader verbinden.
  • Datei-Import aus NinjaTrader, Volsys/Deepcharts, FTMO, TopstepX, Tradovate, Interactive Brokers, TradingView und MetaTrader 4. Das Broker-Verzeichnis zeigt, welche Methode für deinen Broker verfügbar ist.
  • Manuelle Eingabe für alle anderen Fälle.

Sobald deine Trades importiert sind, bekommst du:

  • Automatische Kennzahlen und Charts. Über 30 Kennzahlen, eine Equity-Kurve und einen P&L-Kalender.
  • Tags, Notizen und Screenshots zu jedem Trade, mit Filtern nach Tag, Datum, Uhrzeit, Wochentag und Richtung.
  • Trade Review. Du siehst jeden Trade im TradingView-Chart mit markiertem Ein- und Ausstieg.
  • Track Sharing (Pro und Ultra). Du teilst deinen Track Record per privatem Link mit einem Mentor, ohne Zugriff auf dein Konto zu geben.

Der Free-Tarif enthält einen Track Record mit bis zu 20 Trades. Basic bietet 3 Track Records mit je 100 Trades, Pro und Ultra sind unbegrenzt. Details findest du im Tarifvergleich.

Vollständige Analytics sind ab Basic verfügbar; Free bietet eingeschränkte Auswertungen. Journal-Bilder sind bei Free nicht enthalten: Basic erlaubt 2 pro Trade, Pro und Ultra 5. Track Sharing erfordert Pro oder Ultra.

Eine Wochenroutine in 20 Minuten

Ein Journal bringt nur etwas, wenn du es regelmäßig öffnest. Diese Routine ist kurz und konzentriert sich auf Entscheidungen:

  1. Filtere die Woche und prüfe Nettoergebnis, Anzahl der Trades und Drawdown.
  2. Öffne deine zwei schlechtesten Trades und lies die Notiz: sauberer Stop oder Ausführungsfehler?
  3. Öffne deine zwei besten Trades. Kam der Gewinn vom Setup oder von einem höheren Risiko als üblich?
  4. Sieh dir die Ergebnisse nach Uhrzeit und Tag an. Gibt es ein Zeitfenster oder ein Setup, das die Zahlen dominiert?
  5. Formuliere eine einzige Regel für die nächste Woche und überprüfe sie beim nächsten Review.

Häufige Fragen

Kann die Kontoverbindung Trades ausführen?

Nein. Die Verbindungen zu MetaTrader 5 und cTrader sind schreibgeschützt. Bei MT5 verwendest du das Investor-Passwort, mit dem nicht gehandelt werden kann.

Kann ich mehrere Konten oder Prop-Firm-Challenges getrennt führen?

Ja. Lege für jedes Konto oder jede Challenge-Phase einen eigenen Track Record an, damit sich Equity-Kurven und Statistiken nicht vermischen. Wie viele Track Records du anlegen kannst, hängt vom Tarif ab.

Funktioniert das auch für Futures?

Ja, über die unterstützten Import-Plattformen, darunter Tradovate, NinjaTrader und TopstepX. Prüfe die Methode deines Brokers im Verzeichnis.

Wie lang sollte eine Notiz sein?

Zwei, drei Zeilen: Warum bist du eingestiegen, was hast du während des Trades geändert, was würdest du wieder so machen? Ein Screenshot beim Einstieg ist mehr wert als ein Absatz aus der Erinnerung.


Nur zu Informations- und Lernzwecken, keine Anlageberatung. Ergebnisse aus Backtests und Simulationen garantieren keine zukünftigen Ergebnisse. Der Handel mit Hebel ist mit einem hohen Verlustrisiko verbunden.