Der Forex-Markt ist von Montag bis Freitag fast rund um die Uhr geöffnet, doch die Aktivität verteilt sich nicht gleichmäßig. Sie hängt von den Handelssitzungen, von Wirtschaftsdaten und vom Währungspaar ab. Wenn du die Volatilität nach Wochentag und Uhrzeit untersuchst, kannst du besser entscheiden, wann du handelst, und Stop und Kursziel mit den üblichen Schwankungen des Markts vergleichen.
Die Handelszeiten in deutscher Zeit
| Sitzung | Ungefähre Zeit (MEZ/MESZ) |
|---|---|
| Asien (Tokio) | ca. 01:00–10:00 Uhr (02:00–11:00 Uhr in der Sommerzeit) |
| Europa (London) | ca. 09:00–18:00 Uhr |
| Amerika (New York) | ca. 14:00–23:00 Uhr |
| Überschneidung London–New York | ca. 14:00–18:00 Uhr |
Das sind übliche Konventionen, keine offiziellen Zeiten. Im März sowie zwischen Ende Oktober und Anfang November stellen Europa und die USA die Uhren an unterschiedlichen Tagen um. In diesen Wochen verschiebt sich die US-Sitzung gegenüber der deutschen Zeit um eine Stunde. Auch der Chart deines Brokers kann in einer anderen Zeitzone laufen: Prüfe immer, welcher Uhrzeit die untersuchte Sitzung entspricht.
Die Überschneidung London–New York ist für viele Hauptwährungspaare besonders aktiv, auch weil in diesem Zeitfenster viele US-Daten erscheinen. Das Paar spielt eine Rolle: Währungen mit Bezug zu Asien oder zum Pazifikraum können wichtige Phasen haben, während in Europa Nacht ist.
Was Volatilität misst (und was nicht)
Volatilität beschreibt, wie stark Kurse schwanken, wird aber unterschiedlich gemessen:
- Kerzen-Range: Abstand zwischen Hoch und Tief;
- ATR: Durchschnitt der True Range, die auch Kurslücken zum vorherigen Schlusskurs berücksichtigt;
- prozentuale Maße: die Streuung der Kursveränderungen.
Zwei Panels mit der Bezeichnung "Volatilität" können deshalb unterschiedliche Werte zeigen, ohne dass einer falsch ist. Prüfe vor dem Vergleich Einheit und Zeitraum.
Vor allem gilt: Volatilität ist keine Richtung. Eine Kerze mit großer Range kann nahe ihrer Eröffnung schließen, also viel Bewegung ohne Trend. Und ein ruhigeres Zeitfenster kann ideale Strukturen für dein Setup liefern.
Durchschnitte nach Uhrzeit und Wochentag lesen
Stundendurchschnitte fassen die Größe der Bewegungen im selben Zeitfenster über viele Tage zusammen. Hat ein Fenster eine durchschnittliche Range von 24 Pips und ein anderes von 12, war die durchschnittliche Schwankung im ersten doppelt so groß. Das heißt nicht, dass 24 Pips Gewinn in eine Richtung drin waren: Der Kurs kann diese Strecke mit Umkehrungen und Rücksetzern zurückgelegt haben.
Dasselbe gilt für Wochentage. Ein Tag mit höheren Werten sollte im Zusammenhang mit den Ereignissen des untersuchten Zeitraums gelesen werden, und ein aktueller Durchschnitt kann stark von einem über viele Monate berechneten abweichen.
Der nächste Schritt ist der Vergleich mit deinen eigenen Ergebnissen. Ein sehr aktives Zeitfenster kann für eine Breakout-Strategie passen und einer Strategie mit kleinen Schwankungen schaden. Der Leitfaden zu Trefferquote, Profitfaktor und Drawdown zeigt, wie du deine Ergebnisse liest.
Volatilität, Stop und Positionsgröße
- Stop. Dein technisches Level kann richtig sein, in einer bewegteren Phase aber einen weiteren Stop erfordern.
- Positionsgröße. Beim selben Instrument hängt das Risiko von Stop-Abstand und Positionsgröße ab. Verdoppelst du den Stop bei gleicher Größe, verdoppelst du den möglichen Verlust. Um denselben Betrag zu riskieren, halbierst du die Positionsgröße.
- Kursziel. Ein Ziel weit jenseits der jüngsten Schwankungen braucht eine ungewöhnlich große Bewegung. Der Durchschnitt ist weder eine Obergrenze noch ein Level, an dem du den Take-Profit automatisch setzt.
- Ausführung. Bei Nachrichten können Spread und Slippage genau dann steigen, wenn der Kurs beschleunigt. Eine größere Bewegung gleicht schlechtere Ein- und Ausstiegskurse nicht unbedingt aus.
DeepView und Replay nutzen
DeepView zeigt die historische Volatilität und Übersichten nach Wochentag und Uhrzeit. So erkennst du, wann sich dein Markt typischerweise am stärksten bewegt. Die Schritt-für-Schritt-Anleitung findest du unter Tage und Uhrzeiten mit der Volatilität in DeepView vergleichen.
Im Backtester arbeitest du diese Zeitfenster anschließend im Replay durch und siehst, wie sich Bewegungen entwickeln, nicht nur, wie groß sie am Ende sind. Wenn du die Uhrzeiten deiner Trades vergleichst, gruppiere sie nach Einstiegszeit. Sonst schreibst du dem Nachmittag einen Trade zu, der am Vormittag begonnen hat.

Häufige Fragen
Was ist die beste Uhrzeit für Forex-Trading?
Eine allgemein beste Uhrzeit gibt es nicht. Die Überschneidung London–New York ist bei den Hauptwährungspaaren oft am aktivsten, aber die richtige Zeit ist die, in der dein Setup auftritt und am besten funktioniert. Vergleiche die Volatilität mit deinen Ergebnissen nach Einstiegszeit.
Warum weicht die heutige Volatilität vom Durchschnitt ab?
Durchschnitte beschreiben die Vergangenheit. Wichtige Wirtschaftsdaten, ein Feiertag oder ein Wechsel des Marktregimes können einen Tag deutlich von der historischen Norm abweichen lassen.
Ist der Forex-Markt am Wochenende geöffnet?
Nein. Er öffnet am Sonntagabend (europäische Zeit) mit der asiatischen Sitzung und schließt am Freitagabend mit dem Ende der US-Sitzung.
Nur zu Informations- und Lernzwecken, keine Anlageberatung. Der Handel mit Hebel ist mit einem hohen Verlustrisiko verbunden.



